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Der Klang der Natur Ein sanftes Heilmittel gegen Stress

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: November 2019
In der Sammlung Sound
Lesedauer: 5 Minuten

Meeresrauschen, das Zirpen der Grillen, knisterndes Feuer: Viele Menschen empfinden den Klang der Natur als wohltuend. Mittlerweile ist wissenschaftlich erwiesen, dass Naturgeräusche einen direkten therapeutischen Effekt haben.

Mutter Erde und ihre Heilkraft

Mutter Natur liegt zurzeit voll im Trend: Sachbücher zur heimischen Flora und Fauna, die japanische Tradition des Waldbadens und Stress-Management-Seminare fernab der Großstadt verzeichnen einen regelrechten Boom. Dies scheint wenig verwunderlich, empfindet doch ein großer Teil der Menschheit die Natur als idealen Ort zur Entspannung. Sich frei bewegen, frische Luft atmen, die Augen an sattem Grün weiden – draußen zu sein, beeinflusst Körper, Geist und Seele in vielerlei Hinsicht auf positive Art und Weise.

Wald
© MED-EL

Der wohltuende Klang der Natur

Es sind jedoch nicht nur die schönen Aussichten jenseits der Stadtgrenzen, die uns guttun. In den vergangenen Jahren hat sich herausgestellt, dass eine Komponente der Natur einen besonders tief greifenden Effekt auf den Menschen hat: ihr Klang. Denken Sie nur daran, wie belastend Baustellenlärm oder laute Telefonate des Bürokollegen sein können. Angenehm hingegen haben Sie wahrscheinlich die Klänge während Ihrer letzten Landpartie empfunden. Egal, ob es sich um das Summen der Bienen oder das Murmeln eines Baches handelt – Naturgeräusche beeinflussen die Vorgänge im menschlichen Gehirn erwiesenermaßen.

Eine Studie belegt: Naturgeräusche wirken sich auf das Gehirn aus

Den positiven Effekt der biologischen Geräuschkulisse belegt eine im Wissenschaftsmagazin „Scientific Reports“ veröffentlichte Studie der Brighton and Sussex Medical School aus dem Jahr 2017. Durchgeführt wurde die Studie von Dr. Cassandra Gould und ihren Kollegen in Zusammenarbeit mit dem Künstler Mark Ware, der sich mit audiovisuellen Medien beschäftigt. Während die Studienteilnehmer von Ware vorbereiteten künstlichen und natürlichen Geräuschen ausgesetzt waren, maß ein MRT-Gerät ihre Gehirnaktivität. Anhand der sich verändernden Herzfrequenz wurde zusätzlich die Aktivität des autonomen Nervensystems gemessen. Das Ergebnis ist eindeutig: Je nachdem, welche Geräusche die Probanden hörten, veränderte sich die Aktivität in ihrem Default Mode Network, also jener Gehirnregion, die beim Nichtstun aktiv ist.

Strand
© Archiv

Naturgeräusche erhöhen die Aufmerksamkeit und reduzieren Stress

Hörten die Probanden artifizielle Geräusche, zeigte ihre Gehirnaktivität an, dass sich ihre Aufmerksamkeit nach innen verlagerte. Das mag im ersten Moment gut klingen, ist es aber nicht. Ähnliches wird nämlich bei Menschen mit einer klinischen Depression, Angststörung oder gar posttraumatischen Belastungsstörung beobachtet. Ganz im Gegenteil dazu richteten die Teilnehmer beim Hören von Naturgeräuschen ihre Aufmerksamkeit nach außen, waren also hellwach. Gleichzeitig jedoch entspannten sie sich, denn das für die Kampf-und-Flucht-Reaktion in Gefahren- und Stresssituationen zuständige sympathische Nervensystem ruhte. Aktiv wurde hingegen der Parasympathikus, der für Stoffwechsel, Erholung und Aufbau körpereigener Reserven verantwortlich ist.

Sogar ein Schmetterling macht Geräusche und trägt so zum Klang der Natur bei

Naturgeräusche und Hörverlust

Jede Hörbeeinträchtigung kann unsere Fähigkeit, die klangvolle Schönheit der Natur, enorm beeinträchtigen. Das führt mitunter zu Depression, Isolation und einem Gefühl der Vereinsamung. Wenn Sie, oder jemand in Ihrem Umfeld von Hörverlust betroffen sind, prüfen Sie Ihr Hörvermögen bzw. ermutigen Sie Nahestehende, ihr Gehör ebenfalls zu testen und bieten Sie Ihre Unterstützung an.

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Im Alltag von Naturgeräuschen profitieren

Die Ergebnisse der Studie und die daraus resultierenden therapeutischen Möglichkeiten sind nicht nur für die Medizin und sogar die Stadtplanung von höchstem Interesse. Sie können ebenfalls unmittelbar von den wohltuenden Eigenschaften der Naturgeräusche profitieren. Dabei ist es gar nicht notwendig, so oft wie möglich Urlaub in einem abgeschiedenen Winkel der Erde zu verbringen. Sie müssen nicht einmal jedes Wochenende aufs Land fahren. Selbst wenn Sie nur wenig Zeit für Aufenthalte in der Natur haben, lässt sich diese doch gut nutzen, denn schon wenige Minuten Naturmusik machen einen Unterschied! Auf dem Weg ins Büro nehmen Sie beispielsweise eine verkehrsberuhigte Seitenstraße. Vielleicht haben Sie Glück und hören, wie ein Eichhörnchen eine Nuss knackt! Die Mittagspause verbringen Sie statt im stickigen Pausenraum lieber im Park um die Ecke. Richten Sie Ihre Aufmerksamkeit auf die Geräusche der Natur und lassen Sie sich überraschen: Auch durch die Bäume im Betondschungel tanzt der Wind und die Vögel auf den Ästen singen ihre Lieder.

Regentropfen
© MED-EL

Musik aus der Natur auf CD und via App

Haben Sie nur wenig Gelegenheit, Zeit im Freien zu verbringen, müssen Sie dennoch nicht auf Naturgeräusche verzichten. Die heilsamen Klänge gibt es auf CD, bei diversen Streaming-Anbietern und mittlerweile auch via App auf ihr Smartphone. Das ist doch nicht das Wahre, mögen Sie jetzt denken. Ja und nein: Das menschliche Gehirn macht keinen Unterschied – Naturgeräusche haben einen heilsamen Effekt, selbst wenn sie aus der Dose kommen. Die App Sea Sounds etwa erlaubt es Ihnen, verschiedene Meeresklänge ganz nach Ihrem Belieben abzumischen. Noch mehr Auswahl bietet die App Naturgeräusche: Hier haben Sie Zugriff auf das Rauschen des Ozeans, die Töne eines Feldes, Waldes oder sogar Lagerfeuers. Bei A Soft Murmur steht Ihnen neben Wind, Regen und Feuer unter anderem White Noise zur Verfügung – das Gaußsche Rauschen kommt zwar nicht aus der Natur, kann aber vor allem Menschen mit Tinnitus Erleichterung verschaffen.

Naturgeräusche für Menschen mit Hörverlust

Menschen mit anderen Arten von Hörverlust profitieren ebenfalls von den Geräuschen der Natur. Es gilt allerdings zu beachten, dass nicht jeder Ton auf jeden Einzelnen angenehm wirkt. Was dem einen beim Entspannen hilft, kann bei dem anderen durchaus Stress verursachen. Es lohnt sich deshalb, mithilfe von Apps auszuprobieren, welches Geräusch als wohltuend empfunden wird und welches nicht. Auch Personen, die von Hörverlust betroffen sind können dank moderner Hörlösungen Naturgeräusche wahrnehmen. Im Allgemeinen berichten Nutzer von MED-EL immer wieder, wie sehr sie den Klang der Natur mit Hörlösungen wie ADHEAR genießen. So auch Robert aus Österreich, der in einem Interview erzählt: „Als ich das Gerät zum ersten Mal probiert habe, sind mir die Tränen in die Augen geschossen. Auf einmal wurde mir klar, was ich alles nicht mehr gehört hatte: Vogelzwitschern, Hundebellen – all diese Geräusche waren weg gewesen! Das Gefühl war einfach nur überwältigend!“

CI

Kann man mit allen Cochlea-Implantaten gleich gut hören?

Sind alle CIs gleich? Und kann man mit allen gleich gut hören? Die Antwort auf diese Fragen ist einfach: Nein. Nur die Cochlea-Implantate von MED-EL liefern eine besonders natürliche Klangqualität. Kein anderes Cochlea-Implantat erzielt derart gute Ergebnisse.

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