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Die Verbindung zur Außenwelt Über Hörverlust, Hörlösungen und deren Beziehung zur Lebensqualität

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: März 2020
In der Sammlung Sound
Lesedauer: 3 Minuten

Was hat Haarausfall mit Kommunikationsschwierigkeiten zu tun? Und wie kann ein feines Knöchelchen im Ohr einen Menschen vollkommen abhängig machen? Ob ein Mensch hört oder nicht, hängt von winzigen beweglichen Teilen im Ohr ab. Erst wenn die Schallinformation auf den Hörnerv trifft, beginnt ihre Reise durch die Hörbahn im Gehirn. Ein kleiner Fehler im System kann über die Lebensqualität entscheiden.

Wieder eintauchen können ins Leben

Wenn es sich beim Haarausfall um die winzigen Haarzellen im Innenohr handelt oder sich das bewusste Knöchelchen nicht mehr bewegt, dann funktioniert das Gehör nicht mehr, und Betroffene verlieren einen Großteil des Kontakts zur Außenwelt. MED-EL möchte Menschen dabei unterstützen, diesen Kontakt (wieder) herzustellen. Das Ziel für die kommenden Jahre hat Unternehmenschefin Ingeborg Hochmair vorgegeben: Mehr Lebensqualität für hörbeeinträchtigte Menschen – vor allem für Kinder.

Durch wissenschaftliche und technische Höchstleistungen treibt der europäische Pionier in Sachen Cochlea-Implantate (CI) die Technologie voran: damit durch das CI nicht irgendein Geräusch wahrgenommen wird, sondern ein wirklich guter Ton. Die modernen Implantate können Sprache sehr gut übertragen und sogar Musik kann mit CI zum Genuss werden.

Hören durch Bewegung

Es ist fast wie ein kleines Wunder, dass ein so komplizierter Vorgang wie das Hören überhaupt durch ein Gerät größtenteils ersetzt werden kann. Dazu musste man zuerst bis ins kleinste Detail durchschauen, wie Hören funktioniert. Nämlich durch Bewegung: Schallwellen versetzen das Trommelfell in Schwingung. Sie wird auf die feinen Gehörknöchelchen übertragen und von diesen wiederum an den Hohlraum innerhalb der schneckenförmigen Cochlea im Innenohr weitergegeben. Und zwar konkret an die Flüssigkeit darin.

Sobald Bewegung in der Innenohrflüssigkeit aufkommt, bewegen sich auch die winzigen Härchen, die die Innenwand der Cochlea bedecken – wie Seegras, das am Meeresgrund mit den Wellen schwingt. Durch die Cochlea-Wand hindurch sind die Härchen mit dem Hörnerv auf der anderen Seite verbun-den. An dieser Stelle wird aus der Bewegungsinformation ein elektrischer Impuls, der dann entlang der Hörbahn bis in die Gehirnrinde geleitet wird. Erst hier interpretieren wir ihn schließlich als Schall.

Von Hörverlust Betroffene die mit Cochlea-Implantaten behandelt werden

Laut einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit rund 33 Prozent aller Menschen über 65 Jahre von Hörverlust betroffen, aber auch 7 Prozent der jüngeren Erwachsenen – und immerhin 2 Prozent der Kinder.

Implantatträger laut WHO im Jahr 2012
*National Institute on Deafness and Other Communication Disorders. www.nidcd.nih.gov/health/hearing/pages/coch.aspx (2012-12-12)
© MED-EL

Ohne Gehör fehlt die Lebensqualität

Ein weiter Weg also vom eintreffenden Schall bis zu seiner Wahrnehmung. Und viele Stellen, an denen dieser Weg unterbrochen werden kann. Egal wo das geschieht: Das Ergebnis ist eine Hörbeeinträchtigung bis hin zur völligen Taubheit. Ist das Trommelfell verletzt oder sind die Gehörknöchelchen unbeweglich, so gelangen die Schallwellen gar nicht erst bis zum Innenohr. Diese Schallleitungsschwerhörigkeit ist oft nur vorübergehend und kann meist gut behandelt werden. Funktionieren hingegen die Haarzellen in der Cochlea nicht mehr, zum Beispiel weil sie durch Lärm abgestorben sind, tritt eine Schallempfindungsschwerhörigkeit ein, die nicht rückgängig gemacht werden kann. Selten, aber besonders schwerwiegend, ist der neurale Hörverlust. Dabei ist der Hörnerv beschädigt oder fehlt völlig und das Gehirn erhält gar kein Signal vom Ohr.

Schon mit einer mittelgradigen Schwerhörigkeit kann der Betroffene oft nicht mehr wie gewohnt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Unterhaltungen werden mühsam, ins Kino oder Theater zu gehen macht keinen Spaß mehr. Je schwerer der Hörverlust, desto größer wird schließlich die Abhängigkeit von anderen Menschen. Die Lebensqualität sinkt.

Die Vision vom Hören

Dennoch ist ein Großteil der Hörbeeinträchtigten noch nicht mit einem Implantat versorgt. Teils mangelt es an finanziellen Ressourcen im jeweiligen Land, teils einfach am Bewusstsein dafür, wie sehr sich das Wieder-Hören-Können auf das ganze Leben auswirkt.

MED-ELs größtes Anliegen: dass es zur medizinischen Normalität wird, hörgeschädigten Kleinkindern Zugang zu einem Implantat zu verschaffen – und zwar noch bevor sie fünf Jahre alt sind. Denn das Hören in den ersten Lebensjahren hat großen Einfluss auf die spätere Lebensqualität: Hörende Babys können sprechen lernen, später eine Regelschule besuchen und ihren Wunschberuf ausüben.

Mit Hörlösungen Behandelte weltweit

Nur ein Bruchteil der von Hörverlust Betroffenen wird behandelt
Quelle: OECD 2008
© MED-EL
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