Interview

„Die Welt ist voll von schönen Klängen. Das CI hat sie mir zurückgegeben.“ Wie Nashlea Brogan trotz Taubheit zur erfolgreichen Audiologin wurde

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: August 2020
In der Sammlung Familie & Freunde
Lesedauer: 1 Minute

Nashleas Weg zum Erfolg

Der Hauptgrund, warum Nashlea Brogan sich für ein Cochlea-Implantat (CI) entschied, waren ihre Kinder. Nashlea wollte ihre Kinder richtig hören und verstehen, deshalb entschied sie sich für zwei Cochlea-Implantate. „Ich hatte große Schwierigkeiten, Kinderstimmen zu verstehen“, sagt die Kanadierin. Zu diesem Zeitpunkt war ihr Sohn acht und ihre Tochter fünf Jahre alt. 2012 bekam sie ihr erstes CI, ein Jahr darauf ihr zweites.

Brogan wurde mit einem gesunden Gehör geboren, doch es wurde schlechter. Als sie mit 14 Jahren erstmals audiologisch getestet wurde, hieß es nur, sie habe einen schweren Hörverlust in hohen Frequenzen. Doch die Probleme wurden schlimmer. Mit 18 Jahren bekam sie ein Hörgerät. Ihr Hörverlust ist vererbt: Ihr Onkel und ihre jüngere Schwester haben dieselbe Beeinträchtigung.

Neben den Kindern gab es noch mehr Gründe für das CI: „Ich konnte nicht telefonieren oder den Text von Musikstücken verstehen.“ Während sie früher an Orten mit Lärm im Hintergrund nur ein verschwommenes Rauschen wahrgenommen hat, kann sie jetzt einzelne Geräusche des Lärms unterscheiden. Nähert sich ein Rettungswagen, kann sie rechtzeitig ausweichen. Und selbst die Beziehung zu ihrem Mann wurde einfacher, weil sie nicht mehr auf ihn angewiesen ist, um andere Menschen zu verstehen.

Nashlea liebt es, Musik zu hören, ins Theater und Kino zu gehen und ohne Untertitel fernzusehen. Wenn es um die Geräusche der Natur geht, wird sie sogar poetisch: „Ich kann die Wellen am Strand hören, das Geräusch des Windes, die Grillen in der Nacht und die Vögel am Tag.“ Die Welt sei „voll von schönen Klängen. Das CI hat sie mir zurückgegeben.“

„Ich kann die Wellen am Strand hören, das Geräusch des Windes, die Grillen in der Nacht und die Vögel am Tag.“

Nashlea Brogan

Ihre Geschichte hat sie dazu gebracht, selbst Audiologin zu werden. Brogan besitzt drei Hörkliniken unter dem Namen Bluewater Hearing. Manch ein Patient beneidet sie wohl um ihre raschen Fortschritte: „Ich habe ab der ersten Aktivierung Sprache verstanden. Die Stimmen haben zuerst wie unter Wasser geklungen.“ Von Stunde zu Stunde wurde es besser. Schon acht Wochen später versuchte sie zu telefonieren.

Apropos Wasser: Davor hatte sie Angst, denn sie wollte vermeiden, dass das teure CI nass wurde. Durch die wasserdichten Hüllen, die es mittlerweile gibt, ist auch ein Tag am Strand kein Problem mehr. Um Stimmen zu hören, die wie unter Wasser klingen, muss sie jetzt selbst untertauchen.

CI

Reisen mit Implantat

Die Urlaubszeit ist für viele die wahrscheinlich die schönste Zeit des Jahres. Trotz der Reisebeschränkungen in diesem Jahr liefert der MED-EL Blog nützliche Tipps zum Reisen mit Cochlea-Implantat.

Mehr erfahren
Schließen

Mehr aus der Sammlung Familie & Freunde

Artikel

Tweets

Externer Inhalt

Verwandte Sammlungen

Mehr aus der Sammlung

Explore Life bietet Ihnen eine bunte Vielfalt an Inhalten mit dem Schwerpunkt: Hören. Begeben Sie sich auf Erkundungstour durch Artikel, Interviews, Video-Material und mehr.