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Ein Hoch auf das Alter! Warum 60 das neue 40 ist

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: Oktober 2019
In der Sammlung Alter
Lesedauer: 6 Minuten

Sie zählt zu den berühmtesten Frauen der Welt, und in diesem Jahr wurde sie 60 Jahre alt. Ach was heißt hier schon „alt“, was heißt überhaupt „Alter“?! Denn weder von dem einen noch von dem anderen lässt sich reden, wenn man diese Frau vor Augen hat. Eine zeitlose Schönheit, die auf der ganzen Welt verehrt wird, enorm wandlungsfähig ist und vor allem einfach eins: smart, nein noch viel mehr, sie ist supersmart. Zum Welttag des Alters eine Hommage mit Ausblick.

Die Rede ist hier weder von der wundervollen Sängerin Sade Adu, die einem in den 80er Jahren mit ihrer Band „Sade“ mit Ohrwürmern wie „Your Love Is King“ durchs Erwachsenwerden begleitet hat, noch von der Golden Globe- und Oscar-Preisträgerin Emma Thompson, die wie auch Sade in diesem Jahr wunderbare 60 Jahre jung geworden ist, sondern von Barbara Millicent Roberts. Frau Roberts hat unter ihrem Spitznamen „Barbie“ eine Weltkarriere hingelegt, und die ist noch lange nicht beendet.

Seit vielen Jahren fühlt sich Barbie in allen möglichen Hautfarben und Haarlängen rundum wohl und glücklich, und die Berufe, die Barbie ausübt, sind genauso vielfältig, wie die Frauen, die sie verkörpert: Köchin, Astronautin, Krankenschwester, Sängerin, Zahnärztin, Feuerwehrfrau sowie Naturwissenschaftlerin und Lehrerin – um nur einige ihrer großartigen Berufungen zu nennen, in denen sie wahrlich aufblüht.

Ältere Menschen beim Feiern
Im besten Alter lässt sich das Leben noch genau so genießen wie früher.
© Archiv

Was ist nun das Besondere an Barbie, fragen sich nicht wenige. Und da kommen wir schon auf den Punkt: Barbie geht es nämlich genauso wie vielen Deutschen, Österreichern, Schweizern, … Frauen und Männern auf der ganzen weiten Welt. Sie fühlt sich sehr viel jünger, als ihr Geburtsjahr vermuten lässt. Und das hat weniger mit Jugendwahn zu tun, denn der Tatsache, dass sich die heutigen Best Ager sehr viel jünger fühlen – und auch jünger aussehen, als die eigenen Eltern, um mal bei einem direkten Vergleich zu bleiben.

Natürlich weiß jeder Best Ager jenseits der 60, dass die rechnerische Lebensmitte bereits erreicht ist. Diese ist nicht 50 Jahre, auch nicht 60, sondern mit etwa 40 Jahren erreicht. Männer können mit 39 Jahren erwarten, noch 39 Jahre zu leben. Frauen mit 42 Jahren auf weitere 42 Jahre vorausblicken. Es gibt allerdings zwei Erfahrungen, die Menschen zumeist erst jenseits der 40, wenn nicht gar 50 Jahre machen: Zum einen ist das die Erfahrung von Verlust. Und dazu gehören Todeserfahrungen, die unvermeidlich ins eigene Leben treten und Sinnfragen neu aufwerfen oder diese Fragen überhaupt stellen. Ob Eltern, Partner, Arbeitskolleginnen, Freunde … und manchmal gar der Verlust von Kindern – Es gibt eigentlich keinen Menschen, der mit 60 Jahren noch nicht mit dem Tod einer nahestehenden Person konfrontiert wurde.

"In der Jugend lernt, im Alter versteht man."

Marie von Ebner-Eschenbach

Zum Verlust gehört aber ebenso, dass sich der Arbeitsplatz geändert haben kann– und nicht immer freiwillig –; dass es erzwungene Umzüge gegeben hat, vielleicht sogar Scheidungen oder starke Veränderungen in der Mobilität, vielleicht sogar durch Unfälle oder Krankheit verursacht. Die Erfahrung von Verlust ist ein weites Feld und wird auch von jedem, Mann oder Frau, unterschiedlich bewertet und verarbeitet. Aber, und das ist die andere Seite der „Swinging Sixties“ – Kein Alter ist so prädestiniert mit auch schmerzhaften Erfahrungen der Vergangenheit umzugehen, wie die Best Ager. Mit 60 Jahren kehrt eine Lebenszufriedenheit zurück, auf die man lange gehofft, wenn nicht gar hingearbeitet hat. (Falls sowas möglich ist. Das Leben lässt sich nicht kontrollieren.) Untersuchungen haben ergeben, dass die Lebenszufriedenheit in den westlichen Ländern bei einer Mehrheit der Menschen Ende 40 einen Tiefpunkt erreichen soll. Wenn dieser erreicht ist, würde dieser wieder ansteigen, und das deutlich. Dumm nur, dass jetzt der Körper viele unüberhörbare Signale sendet.

Klar, mit 60 kann man noch Marathon laufen, auf Berge kraxeln oder sich in einem Beruf selbständig machen, oder einen Computerkurs belegen, noch eine Sprache oder ein Instrument lernen. Geht alles! Dennoch lässt sich der Alterungsprozess trotz einer Milliarden-Schönheits- und Fitnessindustrie nicht aufhalten. Die Veränderung des Körpers zeigt sich daran, dass mit zunehmendem Alter die Muskel- und Knochenmasse sowie der Wasseranteil abnimmt. Gleichzeitig steigt der Fettanteil.

Älteres Paar beim Tanzen
Um die Abnahme von Muskelmasse zu verringen genügt es schon, sich ein paar Minuten am Tag zu bewegen, zum Beispiel beim einem kleinen Tänzchen mit dem Partner.
© Archiv

Die Pommes, Chips und Schokolade, die man in jungen Jahren gerne mal gegessen hat, befriedigen zwar den kurzfristigen Genuss, setzen aber auch sofort an. Ebenso zuckerhaltige Getränke und Alkohol. Und konnte man in den 30ern und 40ern noch locker einige Tage Diät halten, um die Kalorien wieder loszuwerden, wird es mit zunehmendem Alter einfach schwieriger. Bewegung und ein Achtgeben auf die richtige Ernährung werden deswegen für Best Ager zu einem Jungbrunnen. – Der sie, wenn genussvoll ins eigene Leben integriert, zu ausgeglichenen Menschen mit eigener Strahlkraft macht. Hinzu kommt natürlich eine weitere gute Vorsorge. Auf Zähne, Augen und Ohren ist genauso zu achten, wie die angesagten Check-ups zu machen.

Besondere Aufmerksamkeit sollte man seinen Ohren widmen. Im Gegensatz zur Altersweitsichtigkeit wird ein Hörverlust oftmals nicht rechtzeitig bemerkt. Meistens entwickelt sich diese über einen längeren Zeitraum, und gerade dieses langsame, schrittweise Nachlassen des Hörvermögens ist oftmals schwierig zu erkennen. Übrigens: Die Diagnose „Presbyakusis“ – zu Deutsch: Altersschwerhörigkeit – führt in die Irre, denn sie trifft die meisten mitten im Leben. Bereits ab dem 30.-40. Lebensjahr verlieren die Ohren ihre Topform. Allerdings kommen die wenigsten Menschen dann auf die Idee, ihre Ohren in punkto Hörfähigkeit zu untersuchen. Als Swinging Sixty sieht das schon anders aus … Gut, dass es auch hierfür die Experten von MED-EL gibt, die bei besonderen Arten von Hörverlust mit ihren Hörlösungen helfen. - Besser aussehen, fitter sein, bessere medizinische Versorgung … das ist es jedoch nicht allein, was die heutigen 60-Jährigen so besonders macht.

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Wussten Sie, dass die Fälle von altersbedingtem Hörverlust stetig zunehmen und es im Durchschnitt 7-10 Jahre dauert, bis die Betroffenen beginnen, sich nach Hilfe umzusehen? Ein schlechtes Gehör kann viele Bereiche des Lebens beeinträchtigen, MED-EL hat die Fakten dazu.

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Think Pink!

Eine gewisse Art von sozialem Druck steht ebenso dahinter, wie man aus der Soziologie des Alters weiß. – Das ist ein Forschungsbereich der Soziologie, der langsam aber sicher aus seinem Nischendasein herauskommt, der Babyboomer-Generation sei Dank! Bislang hat man nämlich mit alten Menschen vor allem Gebrechlichkeit, Langsamkeit, natürlich auch Krankheit und Todesnähe assoziiert. Und natürlich ist auch dieses ein Grund, warum sich die meisten bemühen, fit, gesund und beweglich zu sein, oder zumindest so rüberzukommen. Und das gelingt den Ü60-Jährigen, die heute als die neuen 40-Jährigen gelten, mehr als gut. Hilfreich ist, dass sich auch in unserer Gesellschaft der Blick aufs Alter ändert. "Nicht das Alter ist das Problem, sondern unsere Einstellung dazu", wusste schon der römische Philosoph Marcus Tullius Cicero.

In der fabelhaften Ausstellung „Grey is the New Pink“ hat das Frankfurter Weltkulturenmuseum ein ganzes Jahr lang gezeigt, wie ältere Menschen leben. Das Museum hatte international dazu aufgerufen, Fotos, Zeichnungen, Videos oder Malereien einzuschicken, die ältere Menschen und ihren Alltag portraitieren. In der Ausstellung, die leider am 1. September 2019 zu Ende gegangen ist, waren Hunderte von Exponaten von 150 Menschen aus aller Welt zu sehen. Die Ausstellung hat gezeigt, wie vielfältig das Alter(n) weltweit ist. Barbie war dabei.

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