Portrait

"Endlich höre ich wieder Stereo!" Neue Lebensqualität dank moderner Medizintechnik

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: Dezember 2019
MED-EL von MED-EL
In der Sammlung Gesundheit
Lesedauer: 5 Minuten

Täglich 20 Kilometer Fahrradfahren, mit Freunden aus seiner Wohngemeinschaft zusammensitzen, Musik machen – Richard Kersten ist ein aktiver und lebensfroher Mann. Sein feines Gehör kann er als Sänger mehrerer Pop- und Rock-Bands gut brauchen. Umso größer ist der Schock, als er seinen Hörsinn auf dem rechten Ohr von einem Tag auf den anderen fast vollständig verliert. Ein tiefer Einschnitt in seinem Leben. Erst als er dank eines Cochlea-Implantats wieder beidseitig hören kann, kehrt sein Optimismus zurück.

Und plötzlich war die Taubheit da

Seit seinem 15. Lebensjahr singt Richard Kersten aus Frankfurt am Main in verschiedenen Bands. Musik ist seine große Leidenschaft – der gebürtige Engländer hat unter anderem eine Beatles-Cover-Gruppe gegründet, die deutschlandweit bekannt wurde. Nebenbei arbeitet der 68-Jährige seit vielen Jahren in seinem eigenen Tonstudio, schreibt Texte und bastelt an neuen Songs. Im Jahr 2009 leidet er unter einer ständigen Gehörgangsverstopfung.

Fälschlicherweise wird eine Gehörgangserweiterung vorgenommen, mit fatalen Folgen: Wenig später ist Richard Kerstens rechtes Ohr plötzlich fast taub. „Das war eine traumatische Erfahrung“, erinnert er sich. „Viele Leute stürzen in eine Depression, wenn sie ihr Gehör einseitig verlieren. Das kann ich nachvollziehen, ich musste damit sehr kämpfen.“

Hörvermögen: 5%

Richard Kersten hört auf dem rechten Ohr nur noch fünf Prozent. Er erhält ein Hörgerät, das ihm jedoch wenig Erleichterung verschafft. „Ich habe damit kaum besser gehört. Es war nicht Stereo, nicht räumlich.“ Seinen Beruf als Englischlehrer für Wirtschaftsunternehmen gibt er kurz darauf auf, genau wie das Singen in einer professionellen Band – der Kraftaufwand ist einfach zu groß.

„Viele Leute glauben, wenn man mit einem Ohr hört, hört man Mono“, sagt der 68-Jährige. „Das ist aber nicht die Wahrheit. Es klingt grausam. Als ich nach dem Hörverlust zum ersten Mal Akustikgitarre gespielt habe, hat es sich angehört, als läge sie auf dem Fußboden.“ In dieser Situation ist man auf sich selbst gestellt, sagt Richard Kersten, auch wenn seine Frau und die Mitbewohner in seiner Wohngemeinschaft sich bemühen, bestmöglich auf ihn einzugehen.

Endlich Wieder Hören

Endlich-Wieder-Hören Botschafter

Außerdem engagiert sich Richard in seiner Freizeit ehrenamtlich als Endlich-Wieder-Hören Botschafter. Er möchte Ratsuchenden mit seinen Erfahrungen zur Seite stehen.

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Wenn Hörgeräte nicht mehr Helfen

Als Richard Kersten in einem Vortrag am Universitätsklinikum Frankfurt am Main erfährt, dass das Einsetzen von Cochlea-Implantaten (CIs) weniger Risiken mit sich bringt, als er vermutet hatte, fasst der 68-Jährige wieder Mut. „CIs sind eine Lösung für viele Menschen, bei denen Hörgeräte nicht mehr helfen“, sagt Prof. Dr. med. Timo Stöver, Direktor für HNO-Heilkunde am Universitätsklinikum Frankfurt.

Hörimplantate umgehen die Bereiche des Innenohrs, die nicht mehr funktionieren, und stimulieren den Hörnerv in der Hörschnecke (Cochlea) durch elektrische Impulse. „CI-Systeme sind derzeit der einzige medizinische Weg, den Hörsinn wiederherzustellen“, so Prof. Stöver. Sie bestehen aus einem Implantat, das bei einem chirurgischen Eingriff unter der Haut platziert wird, und einem Audioprozessor, den der Patient hinter dem Ohr trägt. „Die Operation verlief vollkommen unproblematisch“, erinnert sich Richard Kersten. „Es hat nur vier Tage gedauert, dann war ich schon wieder zu Hause.“

Die Welt wieder in Stereo hören

Acht Jahre nach dem Hörverlust hört Richard Kersten nun wieder Stereo. „Seitdem ich das CI habe, hat sich meine Stimmung zum ersten Mal wieder aufgehellt.“ Der 68-Jährige entscheidet sich nach der OP für eine ambulante Rehabilitation und hört jeden Tag zwei Stunden lang Musik und Radiosendungen mit dem Cochlea-Implantat, um sein Gehör weiter zu schulen.

Auch wenn noch nicht alles perfekt ist - seine Lebensqualität hat in jeder Hinsicht zugenommen, sagt Richard Kersten, vor allem, weil er jetzt wieder räumlich hören kann. „Das ist ein großer Unterschied, auch emotional. Denn wenn man akustisch nicht räumlich wahrnimmt, fühlt man sich abgetrennt von seiner Umwelt. Das ist mit dem CI viel besser.“ Wenn er Probleme mit seinem Implantat oder Fragen zur Rehabilitation hat, wendet sich der 68-Jährige an das so genannte Care Center der Medizintechnikfirma MED-EL in Frankfurt am Main. „Dort brauche ich nicht einmal eine Anmeldung, werde sofort bedient, bekomme gute Antworten und hilfreiche Empfehlungen. Ich fühle mich beim MEL-EL Care Center sehr gut aufgehoben.“

Noten

Endlich wieder Musik machen

Für Richard Kersten und Josephine Seifert bedeutet das CI (Cochlea-Implantat) nicht nur „endlich wieder hören“, sondern auch: endlich wieder Musik machen und genießen. Der Berufsmusiker und die Cellistin erzählen über den langen Weg zum CI, über die großen Veränderungen und die Schwierigkeiten im Alltag.

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Der Lernprozess namens „hören“

Rückblickend bereut Richard Kersten, sich erst nach mehreren Jahren für ein Cochlea-Implantat entschieden zu haben. „Ich habe zu lange gewartet und wäre diesen Schritt gerne schon früher gegangen.“ Mit dem CI kann er sein tägliches Sportprogramm und die Musik wieder unbeschwerter genießen. An vielen Wochenenden stehen Auftritte mit seiner Band im Terminkalender und auch die Arbeit im Tonstudio möchte er bald wieder aufnehmen.

Allerdings darf man nicht erwarten, dass das Gehör nach der CI-Operation sofort optimal funktioniert, gibt Richard Kersten zu bedenken. Manchmal empfindet er die Störgeräusche noch als sehr laut, zum Beispiel im Straßenverkehr. Und auch die Kommunikation in größeren Gruppen fällt ihm nicht immer leicht. „Man braucht Geduld und muss dran bleiben. Es ist ein Lernprozess, aber es wird immer besser.“ Wenn Richard Kersten zehn Punkte für seine Zufriedenheit mit dem Implantat vergeben könnte, würde er bereits fünf Monate nach der Operation neun Punkte angeben. Der 68-Jährige blickt jetzt wieder zuversichtlich in die Zukunft. „Ich bereue keine Sekunde und kann nur jedem empfehlen: Nicht zögern – machen!“

MED-EL

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MED-EL hat es sich zum Ziel gesetzt, Ihnen rund um das Thema Hören ein Leben lang zur Seite zu stehen. Im MED-EL Care Center erwarten Sie kompetente und freundliche MED-EL Mitarbeiter, die Ihnen gerne bei zahlreichen Serviceleistungen weiterhelfen.

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