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Freiheit für alle Über die Achtsamkeit, den Schlüssel zur inneren Freiheit

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: Januar 2021
In der Sammlung Freiheit
Lesedauer: 4 Minuten

Auf den ersten Blick ist Freiheit schnell zusammengefasst: Reisefreiheit, Meinungsfreiheit, freie Wahl des Joghurts im Supermarkt, freie Sitzplatzwahl beim Konzert. Doch wer tiefer geht, entdeckt, dass Freiheit viel mehr ist als das – nämlich die innere Freiheit, zu entscheiden, wie wir auf bestimmte Dinge des Alltags reagieren. Denn ganz oft denken und handeln wir automatisch. Dadurch entstehen die immer gleichen Konflikte, die uns jede Menge Nerven kosten. Die gute Nachricht: Es geht auch anders. Der Schlüssel dazu ist die Achtsamkeit.

Freiheit bedeuted die Kontrolle zu übernehmen

Ich weiß nicht, ob Sie folgende Situation kennen, aber es ist wahrscheinlich: Ihr Partner sagt ein bestimmtes Wort, einen bestimmten Satz zu Ihnen … und Sie sind schnurstracks bereit zum Angriff – oder zumindest zur Verteidigung oder Flucht. Das passiert ganz automatisch und meist unbewusst. Ihr Gegenüber reagiert auf ihr Verhalten wiederum auf seine ganz eigene, gewohnte Weise. Ein Wort ergibt das andere und letztlich gibt es Zoff. Der Autopilot hat übernommen.

Und er lässt sich auch wieder ausschalten, wenn wir das möchten.

Wir können uns jeden Tag entscheiden: Ärgern wir uns über unseren Partner, über Langsamfahrer, den Chef, die Kinder, die Katze – oder nehmen wir an, dass das Leben kein Wunschkonzert ist und die Dinge nicht immer so laufen, wie wir uns das gerade vorstellen? Die innere Freiheit hat nichts damit zu tun, immer das zu bekommen, was wir gerade wollen. Sie bestimmt, wie wir auf eine Situation im Alltag reagieren. In einem Konflikt können wir es zum Beispiel wie Klaus Kinski halten, der exzentrische Schauspieler, der einmal gesagt hat: „Wer mich beleidigt, bestimme ich selbst.“ Er hat recht.

„Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

George Orwell (1903 – 1950), englischer Schriftsteller und Journalist

Raus aus dem alten Trott

Es ist also möglich, aus alten Mustern auszubrechen. Dazu müssen wir uns bewusst darüber sein, wie wir in bestimmten Situationen reagieren. Hier kommt die Achtsamkeit ins Spiel.

Jon Kabat-Zinn, ein Pionier der Achtsamkeitspraxis, beschreibt sie als eine absichtsvolle, nicht wertende und auf den Moment gerichtete Aufmerksamkeit. Es geht darum, wahrzunehmen was ist. „Ich bin verärgert.“ Okay. Lassen wir es mal so stehen. Danach muss gar nichts geschehen. Es geht um das Wahrnehmen. Und erstaunlicherweise verabschiedet sich der Ärger in dem Moment, in dem wir ihn anerkennen.

Achtsamkeit lässt sich täglich in tausenden Situationen üben: wenn wir beim Kaffeemachen auf unsere Handbewegungen achten, beim Händewaschen hören, wie das Wasser plätschert und wie die Seife riecht. Im gegenwärtigen Moment sein und wahrnehmen. Das ist alles.

Auch Tagebuch schreiben hilft: Was ist heute geschehen und wie habe ich darauf reagiert? Und dann die wichtigste Frage: Gefällt mir meine Reaktion, möchte ich sie beibehalten oder gefällt sie mir nicht und möchte ich sie ändern? Im zweiten Fall wird die neue Reaktion skizziert: Wie könnte ich reagieren, damit es mir und meinem Gegenüber in einer solchen Situation besser geht? Beim nächsten Mal gilt es, innezuhalten und ein paar Sekunden darüber nachzudenken, ob es möglich ist, einmal anders zu reagieren als bisher. Und dann sieht man, was passiert. In den allermeisten Fällen wird sich die Situation verbessern.

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Das neue Verhalten ermöglicht Gelassenheit – und die macht frei. Denn wir reagieren nicht mehr blindlings, sondern mit Bedacht. Eine Erfahrung, die übrigens auch stark macht und uns Selbstvertrauen schenkt: Wir bestimmen die Situation zumindest mit. Sie galoppiert nicht mit uns davon.

Frau in Hängematte
Ein Gespür für Ruhe erzeugt ein Gefühl von Freiheit.
© Projekt21:

Den eigenen Gefühlen trauen

Wir sind also gelassener und erkennen, was uns guttut und was wir brauchen. Und mit der Zeit lernen wir, unsere Bedürfnisse auch auszudrücken. Zum Beispiel: „Ich brauche mal eine Pause.“ Auch wenn das den anderen gerade nicht so passt. Das ist neu und ungewöhnlich, doch es bringt mehr Freiheit denn je.

Denn meistens passiert genau gar nichts, wenn man sich einmal nur darum kümmert, was man selbst gerade braucht, so wie es etwa der Psychologe Stephan Schleim bei uns im Interview erzählt. Er fragt dort auch: „Wessen Leben lebe ich hier überhaupt? Wessen, wenn nicht meins? Warum liegt uns so viel an der Meinung oder Anerkennung anderer? Ruhm ist vergänglich. Und was ist das für ein Leben, wenn es sich in dem Satz zusammenfassen lässt: Ich habe es allen recht gemacht.“

„Die Welt hat nie eine gute Definition für das Wort Freiheit gefunden.“

Abraham Lincoln (1809 – 1865), 16. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika

Das Leben frei gestalten

Also vielleicht doch besser das Leben führen, das wir wirklich möchten. Das ist die Freiheit, der Mensch zu sein, der man selbst sein will – und nicht der, den andere haben wollen. Job, Partnerschaft oder Wohnort lassen sich dabei wunderbar beibehalten, wenn man das möchte: Meist reicht es, die eigenen Bedürfnisse mitzuteilen und dem Partner zu sagen „Ich wünsche mir, dass [Gewünschtes einfügen] anders wird, weil ich das brauche, um [Gewünschtes einfügen].“ Oder dem Chef „Ich mache das gern, aber dafür brauche ich [mehr Budget, mehr Personal, Weiterbildung etc.].“

Wirkt das nicht und bleibt eine Situation verfahren, kann der Wechsel bewusst vorbereitet werden. Denn eines ist klar: Wer jemals erkannt hat, dass er die Freiheit hat, die Situationen seines Lebens zu gestalten, der kann gar nicht mehr anders als das auch zu tun. Ein Abenteuer, das sich lohnt.

Die freie Wahl des Implantats

Welches Implantat von welchem Hersteller?

Vor der Implantation eines Hörimplantats stehen Menschen mit Hörbeeinträchtigung vor genau dieser Frage. Denn oft gibt es die Möglichkeit, den Hersteller des Implantats frei zu wählen. Daher ist es wichtig, sich umfangreich mit dem Thema zu befassen, um genau das Produkt zu finden, das möglichst alle Bedürfnisse des Trägers erfüllt. Informationen zu MED-ELs Implantaten finden Sie auf der Webseite von MED-EL, weitere fundierte Unterstützung geben Ärzte, Logopäden/Audiologen und Selbsthilfegruppen. Auch die HörPaten erzählen Ihnen gerne von ihren Erfahrungen mit ihren Hörimplantaten.

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