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Hörimplantate bei Kindern Vorteile einer frühen Versorgung mit Cochlea-Implantaten

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: Juli 2019
In der Sammlung Rehabilitation
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Ärzte raten dann zu einem Hörimplantat, wenn Hörgeräte nicht den gewünschten Erfolg bringen oder aus medizinischen Gründen nicht verwendet werden können.

Beim Hörverlust gilt: je früher, desto besser

Kinder können unabhängig von ihrem Alter von einem Cochlea-Implantat-System (CI) profitieren, doch gehörlose Kinder, die vor dem Erlernen von Sprache mit einem CI versorgt wurden, haben wahrscheinlich einen größeren Vorteil. Das liegt daran, dass sie Höreindrücke in einem Alter erhalten, in dem ihr Gehirn für das Erlernen der Sprache am aufnahmefähigsten ist.

In vielen Fällen ist die hörsprachliche Entwicklung von Kindern mit einem hochgradigen Hörverlust, die als Säuglinge oder Babys mit einem Cochlea-Implantat versorgt wurden, mit jener von hörenden Kindern vergleichbar. Diese Kinder lernen fast natürlich sprechen.

Ähnliches gilt für Babys, die ihr Gehör erst nach der Geburt verloren haben: Je kürzer die Dauer des Hörverlusts, desto mehr können sie von einem Cochlea-Implantat-System profitieren.

Heute werden bereits Kinder implantiert, die noch nicht einmal ihr erstes Lebensjahr vollendet haben. Dass das Mindestalter für eine Operation immer weiter nach unten korrigiert werden kann, ist zum einen auf bessere Operationstechniken und zum anderen auf die überzeugenden Ergebnisse bei sehr jung implantierten Kindern zurückzuführen.

Baby mit Implantat

Früh hören lernen

Gehirnentwicklungsprozesse, die nicht schon als Kind im ersten Lebensjahr ablaufen, sind unwiederbringlich vorüber. Aus diesem Grund ist eine frühe Operation für Cochlea-Implantate bei Kindern mit Hörverlust wichtig.

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Das was dich anders macht, macht dich besonders

Gerade Kinder vergleichen sich oft mit anderen Kindern. Wenn sie anders sind als der Durchschnitt, kann das viele Fragen aufwerfen. Warum bin ich anders? Wieso kann ich nicht „normal“ sein? Das Erleben von Anderssein kann für ein Kind schwer sein, weil es dadurch oft ausgegrenzt oder komisch behandelt wird.

Im Bilderbuch „Das Zebra, das seine schwarzen Streifen lieben lernte“ geht es um die Frage des Andersseins. Das Zebra Emil erlebt sich zum ersten Mal anders, als im Nachbargehege im Zoo die weißen Pferde einziehen. Auf einmal wird es nicht mehr beachtet. Das Zebra Emil wird ganz traurig, verkriecht sich im Stall und fragt sich: „Wieso habe ich schwarze Streifen und die weißen Pferde nicht?“

Jeder Mensch unterscheidet sich von anderen Menschen. Niemand ist gleich. Für den eigenen Selbstwert ist es bedeutend, sich in seiner eigenen Einzigartigkeit anzunehmen. Dabei soll das kleine Zebra Emil helfen.

Pinsel und Gemälde

Über das Anderssein

Siebert Neethling erzählt von seinem implantierten Sohn, wie dieser seine Außergewöhnlichkeit nutzte und sie zu seinen Stärken gemacht hat.

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Hörverlust bei Kindern

1 bis 2 Kinder von 1.000 werden mit einer relevanten Hörschädigung geboren. Die Hälfte davon ist erblich bedingt. Unterschieden werden zwei Formen:

  • Angeborene Hörbeeinträchtigung – Risikofaktoren hierfür sind beispielsweise familiäre Hörstörungen, Frühgeburt, Infektionen während der Schwangerschaft oder Syndrome wie z. B. Trisomie 21. Mit dem (völlig schmerzfreien) Neugeborenen-Hörscreening können etwaige Hörschädigungen früh erkannt werden, sodass eine rasche Therapie gewährleistet werden kann.
  • Erworbene Hörbeeinträchtigung – Diese Hörstörungen können unter anderem aufgrund von Infektionen, Medikamenten oder einer Mittelohrentzündung auftreten. Eltern sollten darauf Acht geben, ob Ihr Kind gut hört. Falls Sie bei Ihrem Kind Anzeichen von Schwerhörigkeit entdecken, können sie sich entweder an Ihren Kinderarzt oder an einen Facharzt für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde wenden.

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