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Hörverlust und unsere Gesundheit Ist unbehandelter Hörverlust mit anderen gesundheitlichen Problemen verbunden?

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: Oktober 2019
MED-EL von MED-EL
In der Sammlung Gesundheit
Lesedauer: 13 Minuten

Mehr als 5% der Weltbevölkerung haben einen Hörverlust von 40 dBHL oder mehr. Schwerhörigkeit kommt oft schleichend. Daher kann es bis zu zehn Jahre dauern, bis Betroffene Hilfe suchen. Für dauerhafte Hörstörungen gibt es derzeit noch keine Heilung. Technologien wie Hörgeräte und Cochlea-Implantate können Hör- und Kommunikationsprobleme jedoch deutlich verbessern.

Hörverlust ist kein isoliertes Gesundheitsproblem

Etwas gegen Hörverlust zu unternehmen ist der erste wichtige Schritt in Richtung Hörgesundheit. Hörverlust ist kein isoliertes Gesundheitsproblem, sondern steht mit einer Reihe von Komorbiditäten in Zusammenhang. Dazu zählen ein schnellerer geistiger Abbau, ein höheres Demenz- und Sturzrisiko, soziale Isolation, Depression und sogar ein höheres Sterblichkeitsrisiko. Unbehandelter Hörverlust, der Kommunikationsschwierigkeiten zur Folge hat, wirkt sich auch auf das soziale Gefüge Betroffener aus. Häufig vereinsamen sie und büßen an Selbständigkeit ein. Wer etwas gegen Hörverlust unternimmt, verbessert also nicht nur seine Kommunikationsfähigkeit, sondern tut auch viel für seine Gesundheit.

Hoerverlust und der Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen
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Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten Herz-Kreislauf-Erkrankungen als die häufigste Todesursache weltweit. 2016 waren 31% aller Todesfälle auf Herzinfarkte, Schlaganfälle und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen zurückzuführen. Viele davon könnten verhindert werden, wenn man wohlbekannte Risikofaktoren wie Nikotinkonsum, Fettleibigkeit oder Stress reduzierte. Ein Faktor bei Herzerkrankungen findet allerdings kaum Beachtung: das Gehör.

In einer großangelegten Studie fanden US-amerikanische Forscher heraus, dass Menschen mit Herzerkrankungen häufig auch schlecht hören. Diese Verbindung zwischen Herz und Ohr könnte in den anatomischen Parallelen der beiden Organe liegen. So wie das Herz ist auch das Innenohr stark abhängig von einer gut funktionierenden Blut- und Sauerstoffversorgung. Eine schlechte Sauerstoffversorgung des Innenohrs kann seine Sinneszellen schädigen und so zu dauerhaftem Hörverlust führen.

Herzerkrankungen und Schwerhörigkeit haben viele Risikofaktoren gemeinsam: Lärm über einen langen Zeitraum führt zu Hörproblemen, aber auch zu erhöhtem Stress. Dieser wiederum schlägt sich auf die Herzgesundheit nieder. Ähnliches gilt für Nikotin: es reduziert die Sauerstoffzufuhr zum Herzen ebenso wie zum Innenohr; Bluthochdruck fördert die Ablagerung von Plaque in den Gefäßen zum Herzen und im Ohr. Wenig Bewegung, häufig eine Folge von sozialem Rückzug bei Hörverlust, schlägt sich ebenfalls aufs Herz. Die Liste könnte noch weiter fortgesetzt werden.

Eine gesunde Ernährung, mehr Bewegung und der Verzicht auf Nikotin fördern nicht nur die Herzgesundheit sondern tun auch dem Gehör gut.

Gedächtnisabbau & Demenz

Der Zusammenhang zwischen Schwerhörigkeit und Gedächtnisabbau bzw. Demenz wurde in den vergangenen Jahrzehnten intensiv untersucht. Zahlreiche Studien belegen mittlerweile, dass Hörverlust ein Biomarker für Gedächtnisabbau und Demenz ist. Wissenschaftler entdeckten, dass Menschen, die schlechter hören, auch bei bestimmten kognitiven Tests schlechter abschnitten. Untersuchte Personen mit Hörhilfen erreichten bessere Ergebnisse.
Die positive Schlussfolgerung: Hörverlust gilt als modifizierbarer Risikofaktor. Lancet berichtete 2018, dass bis zu 35% der Demenzfälle vermeidbar wären und dass 9% der Demenzfälle auf Hörverlust im mittleren Lebensalter zurückzuführen sind.

Erklärungen für den Zusammenhang zwischen Hörminderung und Gedächtnisabbau gibt es viele. Sie reichen von weniger Höreindrücken für das Gehirn über den Verlust von Sozialkontakten bis hin zu eingeschränkter Mobilität. Alle diese Gründe gelten als typische Nebenwirkungen von unbehandeltem Hörverlust.

Es ist noch nicht gesichert, ob die Behandlung von Hörverlust einem Gedächtnisabbau bzw. einer Demenz entgegenwirken kann, doch aktuelle Untersuchungen deuten in diese Richtung. Eine Langzeitstudie über 25 Jahre stellte ein höheres Demenzrisiko bei jenen Teilnehmern fest, die schwerhörig waren und kein Hörgerät verwendet hatten. Dieses Risiko war bei Hörgeräteträgern nicht feststellbar. Zu ähnlichen Ergebnissen kam eine 2018 durchgeführte Studie mit Cochlea-Implantat Nutzern, deren kognitive Fähigkeiten sich mit CI verbessert hatten.

Angesichts der zahlreichen Nebenwirkungen von Hörverlust, etwa sozialer Isolation oder Depressionen, ist es ratsam, eine Hörminderung mit passenden Mitteln wie Hörgeräten oder Hörimplantaten behandeln zu lassen. Unser Tipp: Lassen Sie Ihr Gehör überprüfen und unternehmen Sie aktiv etwas gegen Hörverlust!

Diabetes

Sowohl Diabetes als auch Schwerhörigkeit sind in unserer modernen Welt weitverbreitete Gesundheitsprobleme. Schon vor vielen Jahren bemerkte man Parallelen zwischen den beiden, die mittlerweile durch großangelegte Studien bestätigt sind. Hörverlust tritt bei Diabetikern doppelt so häufig auf wie bei Nicht-Diabetikern, so die Conclusio der Wissenschaftler.

Wie hängen Diabetes und Schwerhörigkeit genau zusammen? Darüber sind sich die Forscher noch nicht ganz im Klaren, doch es wird vermutet, dass der hohe Blutzuckergehalt, wie er bei Diabetikern typischerweise vorkommt, die winzigen Blutgefäße und Nervenbahnen im Innenohr schädigt. Das sehr sensible Innenohr, vor allem dessen Haarsinneszellen, benötigen eine stabile Blut- und Sauerstoffversorgung, um ihre Funktion zu 100% zu erfüllen.

Wie können Diabetiker ihr Gehör schützen? Im Prinzip gleich wie alle anderen Personen:

  • Schützen Sie ihr Gehör vor Lärm, verwenden Sie einen Gehörschutz in sehr lauter Umgebung. Noch besser: vermeiden Sie übermäßige Lautstärken. Hören Sie keine zu laute Musik, besonders nicht, wenn sie über Kopfhörer direkt ins Ohr gelangt.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig. Diabetikern mangelt es häufig an ausreichender Bewegung. Das gleiche trifft für Menschen zu, die sich aufgrund ihres Hörverlusts aus dem gesellschaftlichen Leben zurückziehen. Moderate regelmäßige Bewegung, etwa Spazierengehen, regt den Blutkreislauf an. Davon profitieren nicht nur Ihre Ohren, sondern Ihr ganzer Körper.
  • Achten Sie auf Ihr Gewicht. Übergewicht führt zu Bluthochdruck, der als Hauptursache für Herz-Kreislauf-Erkrankungen gilt. Und auch die sensiblen Nervenzellen Ihres Innenohres benötigen eine stabile Blutzufuhr. Schon eine leichte Gewichtsreduktion, in Kombination mit einer kohlehydratarmen Ernährung, senkt den Blutdruck und damit das Risiko, dass Ihr Herz und Ihre Ohren geschädigt werden.

Wenn Sie oder jemand aus Ihrem Umfeld an Diabetes erkrankt sind, empfehlen wir eine regelmäßige Überprüfung Ihres Gehörs. Nach einer gründlichen Untersuchung beim HNO-Arzt sollten Sie einmal pro Jahr einen Hörtest machen. Denn Hörverlust kommt schleichend und wird oft viel zu spät erkannt.

Depression

Schwerhörigkeit tritt besonders im fortgeschrittenen Alter häufig auf. Doch nur wenige Betroffene sind gewillt, etwas gegen ihr schlechter werdendes Hörvermögen zu tun. Spätestens wenn die Fähigkeit zu kommunizieren abnimmt, kann das Ignorieren von Hörverlust ernste emotionalen und soziale Konsequenzen nach sich ziehen. Gerade ältere Menschen neigen eher zu Depressionen, wenn sie ihr eingeschränktes Hörvermögen als unausweichliches Schicksal verharmlosen. Denn das ist es nicht. Zahlreiche Studien belegen, dass Hörprobleme mit einem höheren Depressionsrisiko verbunden sind.

Warum ist das so? Wer schlechter hört, versteht mitunter manches falsch. Das ist vielen peinlich, ruft emotionalen Stress und Unsicherheit hervor. Betroffene ziehen sich oft aus dem gesellschaftlichen Leben zurück, ihr Freundes- und Bekanntenkreis wird kleiner. Schwerhörigkeit betrifft übrigens die ganze Familie. „Wir haben in den 50 Jahren unserer Ehe noch nie so viel gestritten“, diesen Satz hört man oft von Partnern schwerhöriger Menschen. Wenn das Telefonieren oder Radiohören aufgrund der fortgeschrittenen Schwerhörigkeit auch nicht mehr funktioniert, vereinsamen viele Menschen und werden depressiv.

Studien haben nicht nur den Zusammenhang zwischen Hörverlust, sozialer Isolation und Depression untersucht, sondern sich auch Gedanken über Lösungsansätze gemacht. In einer Langzeitstudie aus Frankreich stellten die Forscher fest, dass ältere Schwerhörige, die Hörgeräte verwendeten, ein geringeres Depressionsrisiko hatten als jene, deren Hörverlust unbehandelt blieb. Ähnliches kam auch in einer US-amerikanischen Studie zutage: nach einer Cochlea-Implantation waren Patienten deutlich seltener depressiv.

Die Behandlung von Hörverlust ebnet für viele Hörbeeinträchtigte den Weg zurück in ein aktives Gesellschaftsleben. Besser kommunizieren zu können bedeutet weniger Missverständnisse. “Seit meiner Cochlea-Implantation verstehen wir uns wieder besser“, freuen sich viele Nutzer und ihre Partner.

Hörgeräte und Hörimplantate sind effektive Behandlungsmethoden bei Schwerhörigkeit. Prüfen Sie Ihr Gehör regelmäßig und unternehmen Sie rechtzeitig etwas gegen Hörverlust, um Missverständnisse, sozialen Rückzug und schlussendlich Depressionen zu vermeiden.

Sturzrisiko

Schwerhörigkeit wird mit einer Vielfalt an Begleiterkrankungen in Verbindung gebracht. Manche davon, etwa Vereinsamung und Depression, sind weithin bekannt. Weniger bekannt ist, dass mit zunehmendem Grad an Schwerhörigkeit auch das Sturzrisiko steigt. Forscher der renommierten John Hopkins Universität im US-amerikanischen Baltimore fanden in einer großangelegten Studie heraus, dass besonders ältere Menschen, die schlecht hörten und kein Hörgerät verwendeten, öfter stürzten als Normalhörende. Schon ein leichter Hörverlust verdreifacht das Risiko, zu fallen. Mit zunehmender Schwerhörigkeit steigt auch die Sturzgefahr.

Was liegt dahinter? Die Wissenschaftler nehmen an, dass Hörbeeinträchtigte ihre Umwelt aufgrund ihrer Schwerhörigkeit nicht allumfassend wahrnehmen. Außerdem benötigen das Halten des Gleichgewichts und das Gehen kognitive Ressourcen, ohne dass wir das bei diesen automatisierten Vorgängen bewusst bemerken. Barbara Weinstein, Professorin für Audiologie an der City University of New York erklärt: „Wer schlechter hört, konzentriert sich eher auf das Wahrnehmen der Umwelt und bindet dadurch genau diese Ressourcen, die für ein gefahrloses Gehen vonnöten wären.“ Die möglichen Folgen: ein Sturz, weil man etwa eine Schwelle übersehen hat.

Kann das Sturzrisiko minimiert werden? Die gute Nachricht ist: ja. Die Wissenschaftler aus Baltimore stellten fest, dass schwerhörige Menschen, die ein Hörgerät trugen, seltener stürzten. Ein guter Indikator also, dass die Behandlung von Hörverlust das Sturzrisiko und die damit verbundenen unangenehmen Folgen senken kann. Unsere Empfehlung: Testen Sie Ihr Gehör und leiten Sie bei Bedarf notwendige Maßnahmen ein. Es gibt heute eine Vielfalt an High-Tech Hörlösungen, von Hörgeräten bis zu Hörimplantaten. Diese können Ihnen dabei helfen, nicht nur Ihre Kommunikationsfähigkeit, sondern auch Ihr Gleichgewicht zu halten.

Krankenhausaufenthalte

Sind ältere Menschen mit Hörverlust öfter im Krankenhaus als Normalhörende? Diese Frage stand im Fokus einer US-amerikanischen Studie. Die schnelle Antwort lautet : Ja. Ältere Schwerhörige haben tatsächlich ein höheres Risiko, ins Spital zu kommen. Durchschnittlich, so das Forscherteam, lag die Rate der Klinikaufenthalte bei Menschen mit leichtem bis mittlerem Hörverlust um 17-19% höher.

Was die Wissenschaftler noch nicht beantworten konnten, war die Frage der Aufenthaltsdauer. Der Trend zeigt in Richtung längerer Verweildauer im Spital, wenn Personen schwerhörig sind, doch die Zahlen sind statistisch nicht signifikant.

Obwohl Schwerhörigkeit gut behandelbar ist, ist die Unterversorgung mit Hörhilfen enorm. Mit anderen Worten: bei weitem nicht jede Person, die von einem Hörgerät oder Hörimplantat profitieren könnte, verwendet ein solches. Das führt nicht nur zu Kommunikationsschwierigkeiten und anderen gesundheitlichen Problemen. Auch die wirtschaftlichen Auswirkungen sind dramatisch, denn Krankenhausaufenthalte schlagen sich für das Gesundheitswesen teuer zu Buche.

Inwiefern hängen Hörverlust und Krankenhausaufenthalte zusammen? Sozialer Rückzug und kognitiver Abbau sind bekannte Risikofaktoren von Schwerhörigkeit. Möglicherweise stehen auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit vermehrten Spitalsaufenthalten in Zusammenhang. Die eingeschränkte Kommunikationsfähigkeit von Hörbeeinträchtigten scheint jedenfalls ein gesicherter Faktor zu sein. Betroffene verstehen den Arzt nicht mehr gut, zögern daher einen Arztbesuch möglichst lange hinaus. Oft zu lange, bis die einzige Heilungschance im Krankenhaus liegt.

Noch ist unklar, ob Hörgeräte oder -implantate das Risiko eines Krankenhausaufenthalts senken können. Um diese Frage wissenschaftlich gesichert zu beantworten, bedarf es weiterer Untersuchungen. Schwerhörige, die Hörgeräte verwenden, verbringen nach eigenen Aussagen jedenfalls weniger Zeit im Krankenhaus.

Und auch wenn nicht hundertprozentig sicher ist, dass die Verwendung von Hörhilfen Spitalsaufenthalte verkürzt oder gar vermeidet, so ist eines doch sicher: eine regelmäßige Überprüfung des Hörvermögens und wenn notwendig das Tragen von Hörgeräten oder -implantaten, sorgen für eine bessere Kommunikation mit Familie, Freunden – und bestimmt auch mit Ärzten.

Chronische Nierenleiden

Die Zahl chronisch nierenkranker Personen ist in den letzten Jahren unaufhaltsam gestiegen. EIn Grund dafür ist bei höheren Zahlen von Diabetes Mellitus und Bluthochdruckfällen zu suchen, die als zwei Hauptverursacher von Nierenerkankungen gelten. Chronisch Nierenkranke sehen außerdem einer weiteren Nebenwirkung ins Auge: der Schwerhörigkeit. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass Patienten mit chronischem Nierenleiden, vor allem ältere Personen, häufiger an Innenohrschwerhörigkeit leiden.

Die genauen Zusammenhänge sind noch nicht restlos geklärt. Wissenschaftler vermuten, dass Bluthochdruck, Störungen im Elektrolythaushalt und ototoxische Medikamente das Gehör schädigen. Letztere werden auch im Falle von chronischen Nierenleiden als das geringere Übel angesehen und daher mit deren innenohrschädigenden Nebenwirkungen akzeptiert.

Auch die Hämodialyse kommt in Studien als Faktor für Schwerhörigkeit bei Nierenkranken immer wieder vor. Interessanterweise widersprechen sich die Studien bei den Folgen der Dialyse. Während die einen der Hämodyalise bei der Entstehung von Hörverlust keine wesentliche Rolle zuschreiben, sprechen andere von 33-50% der Patienten, die schlechter hören. Es sind noch weitere und vor allem größer angelegte Studien notwendig, um die Folgen von Hämodyalise auf das Hörvermögen der Patienten endgültig gesichert festzustellen.

Personen mit chronischem Nierenleiden sollten ihr Gehör regelmäßig untersuchen lassen. So entdecken sie schon in einem frühen Stadium Veränderungen ihres Hörvermögens und können Gegenmaßnahmen, zum Beispiel in Form von Hörgeräten, einleiten. Sollte der Hörverlust drastisch schlechter werden, stehen Hörimplantate als Lösung zur Verfügung. Wichtig ist in jedem Fall, rechtzeitig zu handeln und keine wertvolle Zeit zu verlieren.

Höheres Sterblichkeitsrisiko

Eine 2015 veröffentlichte Studie berichtet über die Verbindung zwischen Hörverlust und vorzeitigem Lebensende. US Forscher stellten fest, dass der Prozentsatz der unter 75 Jahren Verstorbenen bei Schwerhörigen, die allein lebten, höher lag. Andere Studien, die das Thema Mortalität und Hörverlust beleuchteten, widersprechen sich interessanterweise in ihren Aussagen. Während die einen keine Unterschiede feststellen konnten, sahen andere deutlich höhere Sterberaten bei Menschen mit Hörverlust.

Eine Studie aus Columbia, USA, betrachtete das Sterberisiko von einem anderen Blickwinkel aus. Sie belegte, dass sich normalhörende Partner positiv auf die Lebenserwartung der Hörbeeinträchtigten auswirkten. Sie bringen Menschen mit Hörverlust mehr Sozialkontakte, unterstützen sie im Alltag, dienen als ihre Augen und vor allem Ohren, warnen sie rechtzeitig vor Gefahren und motivieren sie zu mehr Bewegung. Das ist auch der Gesundheit allgemein dienlich, einschließlich der Herzgesundheit.

Hörlösungen sind kein Ersatz für liebende Partner, doch bis zu einem gewissen Grad erfüllen sie den gleichen Zweck. Mit Hörgeräten oder Hörimplantaten können Schwerhörige wieder besser kommunizieren, ein aktiveres Gesellschaftsleben führen, ihr Selbstbewusstsein steigt ebenso wie ihre Unabhängigkeit und Mobilität. Hörhilfen fördern auch die Partnerschaft. Ohne Kommunikationsschwierigkeiten kommen Paare einfach besser miteinander aus.

Egal, was die Wissenschaft schlussendlich feststellt, eines ist sicher: gut hören steigert die Lebensqualität. Ob man von Natur aus gut hören kann, oder mit Hörgeräten oder Hörimplantaten, ist zweitrangig.

Ältere Erwachsene

Altersbedingter Hörverlust und die gesundheitlichen Folgen

Ein schlechtes Gehör kann viele Bereiche des Lebens beeinträchtigen, vor allem, wenn es unbehandelt bleibt. Im Durchschnitt dauert es bis zu 10 Jahre, bis von Hörverlust Betroffene nach Hilfe suchen - besonders im Fall eines altersbedingten Hörverlusts. Mehr dazu am MED-EL Blog.

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