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Was haben Klettern, ein Luftballon und Gehörlosigkeit gemeinsam? Die kasachische Kletterin Mariya Terekhova kennt die Antwort!

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: Oktober 2019
In der Sammlung Sport
Lesedauer: 2 Minuten

Mariya Terekhova, die junge, professionelle Sportkletterin aus Kasachstan, meistert ihre Taubheit und andere Hürden in ihrem Leben mit Bravour. In einem Gespräch erzählt sie uns heute, wie sich ihre Welt verändert hat.

Masha's Highest Passion

Mariya, kannst du uns erzählen, wie sich die hörende Welt für dich geöffnet hat?

Ich heiße Mariya, oder kurz Masha, bin 19 Jahre und lebe in Kasachstan. Mit 5 Jahren stellten die Ärzte bei mir eine hochgradige Schwerhörigkeit fest. Ich war ein sehr schüchternes kleines Mädchen und spielte kaum mit anderen Kindern. Das ist verständlich, denn ich konnte sie ja nicht hören oder verstehen. Ich trug zwar ein Hörgerät, aber es brachte mir nichts.

Wie war das Leben als gehörloses Mädchen?

Einsam! Ich verbrachte die meiste Zeit daheim und traute mich kaum außer Haus. Oft blickte ich aus dem Fenster und sah den anderen Kindern im Freien beim Spielen zu. Wie oft hatte ich mir gewünscht, dass ich auch mitspielen könnte!

Wie hast Du damals kommuniziert?

Ich verbrachte viel Zeit bei meiner Großmutter. Sie befürchtete, dass ich niemals zu sprechen beginnen würde. Um mit mir kommunizieren zu können, war sie sehr kreativ. Wir verwendeten einen Luftballon.

Kommunizieren mit Luftballon? Wie funktioniert das?

Meine Großmutter blies einen Luftballon auf, hielt ihn an ihre Lippen und redete. Ich spürte die Schwingungen. Allerdings war das eine sehr eingeschränkte Art der Kommunikation. In der 2. Klasse Grundschule verschlechterte sich mein Gehör weiter. Mit 8 Jahren erhielt ich ein Cochlea-Implantat (CI). Es hat meine Welt verändert! Es hat mich verändert!

Inwiefern hat es deine Welt, deine Persönlichkeit verändert?

Als ich hören konnte, wollte ich in die Welt hinaus. Ich wollte nicht mehr nur zu Hause sitzen. Ich wollte die Welt erkunden. Ich wollte mit anderen Menschen reden, Kinder kennenlernen und herausfinden, was sie über mich denken.

Und was dachten sie über dich?

Zuerst glaubten sie, ich sei neu hier…Ich erklärte ihnen, dass ich nur mit meinem CI und meinem Audioprozessor hören kann, weil ich eigentlich gehörlos bin. Natürlich befürchtete ich, dass sie mich aufgrund meiner Behinderung ausgrenzen würden. Doch das war nie der Fall. Es war ihnen egal. Es war meinen neuen Freunden wichtiger, dass ich offen und an Neuem interessiert war. Das machte mich stärker, selbstbewusster.

Wann begannst du zu klettern? Hat es dich als Person geprägt?

Mit dem Klettern begann ich im Alter von 9 Jahren. Der Sport lehrte mich viel – Mut, Vertrauen, Kraft. Ich bereiste die Welt, sah viele aufregende Länder: Malaysia, Indonesien, Österreich, Iran, China, Italien, Singapur und viele weitere 😊. Diese Welt eröffnete mir erst mein Cochlea-Implantat. Es ist großartig! So ein kleines Implantat, und doch verdanke ich ihm so viel. Freundschaften, Gespräche, so vieles, was Spaß und Freude macht. Mit meinem CI habe ich gelernt, an mich selbst zu glauben!

Neue Höhen erklimmen: Klettern mit Taubheit

Masha's unglaubliche Willenskraft ihre Ziele zu erreichen iat fast schon ansteckend. Im Jahr 2018 nahm sie an den Jugend-Weltmeisterschaften im Sportklettern teil, welche in Innsbruck ausgetragen wurden.

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