Interview

Mit CI zurück ins Leben Interview mit Donn Nisja über seine erfolgreiche Implantation einer Hörlösung

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: 29.10.2018
In der Sammlung Rehabilitation
Lesedauer: 2 Minuten

„Am Morgen des 4. Juli 2009 wachte ich mit furchtbaren Zahnschmerzen auf und ging zum Sofa. Etwa 20 Sekunden später spürte ich, wie ich von einem der Spielzeuge unseres Golden Retrievers getroffen wurde. Als ich aufblickte, sah ich meine Frau Sandra vor mir stehen und lautlos die Lippen bewegen. Sie hatte mich mit dem Hundespielzeug beworfen, weil sie dachte, ich hätte sie ignoriert. Ich war buchstäblich über Nacht taub geworden.

Obwohl ich schockiert und verängstigt war, konnte ich mir nicht im Traum vorstellen, dass das dauerhaft so bleiben sollte. Ich lag falsch. Einen Monat später, nach mehreren Antibiotikabehandlungen, Röntgenaufnahmen und Arztterminen, wurde mir gesagt, dass ich in meinem rechten Ohr vollständig und in meinem linken Ohr teilweise das Hörvermögen dauerhaft verloren hätte. Mit diesen Neuigkeiten hatte ich nicht gerechnet. In diesem Moment hatte ich das Gefühl, als wäre mir mein Leben weggenommen worden.

Die emotionale Belastung war enorm. Von einer kontaktfreudigen, fröhlichen Person wurde ich zu einem Einsiedler, der sich im Heimbüro hinter E-Mails versteckte. Meine Familie versuchte, mit mir zu reden, aber die Kommunikation war schwierig und es traf sie alle schwer. Niemand konnte die Ursache erklären, doch mein Facharzt meinte, Stress könnte ein Auslöser sein. Das ergab Sinn, da ich bei der Arbeit unter großem Druck gestanden hatte. Er sagte, ich bräuchte ein Hörgerät für mein linkes Ohr und ein Cochleaimplantat für mein rechtes. Weder Sandra noch ich hatten jemals von Hörimplantaten gehört. Da begannen wir, Fragen zu stellen.

Mein Arzt bestand darauf, dass ich das Implantat möglichst bald erhielt, da er meinte, die Ergebnisse würden umso besser, je kürzer ich gehörlos wäre. Aber ich wollte sicherstellen, dass ich mich für das richtige Produkt entschied. Also sprach ich mit vielen verschiedenen Implantatnutzern und sah mir die Produkte verschiedener Hersteller an, ihre Funktionen und Zuverlässigkeit.

© PRIVAT

Donn Nisja

lebt mit seiner Frau Sandra und ihrem erwachsenen Sohn Niklis in San Anselmo, Kalifornien. Zurzeit macht er Pause von seiner Karriere im Vertrieb und arbeitet währenddessen ehrenamtlich als Mentor für MED-EL, um hörbeeinträchtigte Personen vor und nach der Cochleaimplantation zu unterstützen.

Schließlich entschied ich mich für MED-EL und erhielt im Dezember 2009 mein erstes Implantat, nur fünf Monate, nachdem ich mein Gehör verloren hatte. Zunächst hörten sich alle Stimmen wie Männerstimmen an – sogar die meiner Frau! Aber durch meine Rehabilitation und die Programmierung des Geräts bekam alles allmählich wieder seinen normalen Klang.

Dann versagte mein Gehör auch im linken Ohr zunehmend und im März 2013 erhielt ich mein zweites Implantat. Ich wünschte, ich hätte es früher getan. Meine beste Hörleistung liegt bei 88 Prozent, was besser ist als die der meisten „hörenden“ Menschen. Ohne die Implantate sind es null Prozent.

Die Implantate haben mir mein Leben wiedergegeben und ich habe keinen Zweifel daran, dass das kurze Zeitfenster viel mit dem Erfolg der Operation zu tun hatte. Jetzt bin ich in die Welt zurückgekehrt.“

Für mehr Informationen zu Cochlea-Implantaten besuchen Sie medel.com

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