Fragen und Antworten empfohlen

Reisen mit Cochlea-Implantat Was Sie für einen problemlosen Urlaub mit Hörimplantat wissen sollten

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: Februar 2018
MED-EL von MED-EL
In der Sammlung Freiheit
Lesedauer: 5 Minuten

Eine Reise zu planen, gehört für viele Urlauber zu den schönsten Freuden vor der Auszeit. Damit auch Nutzer von Hörimplantaten gut und sicher unterwegs sind, haben wir die Antworten auf die häufi gsten Fragen hier gesammelt.

Wie kann ich sicherstellen, dass mir nicht der Strom ausgeht?

MED-EL Audioprozessoren können sowohl mit Batterien wie auch Akkus betrieben werden. Wir empfehlen Ihnen, immer mehr Batterien einzupacken, als Sie eigengtlich für nötig halten, falls es zu unvorhergesehenen Verzögerungen kommt.

MED-EL Akkus wurden so entwickelt, dass sie mit verschiedenen Stromanschlüssen auf der ganzen Welt funktionieren, also müssen Sie keinen zusätzlichen Spannungsumformer mitnehmen. Denken Sie allerdings an die Adapter, die in Ihrem Set enthalten sind.

Falls Sie nicht sicher sind, ob Sie an Ihrem Urlaubsort eine verlässliche Stromquelle haben, nehmen Sie ein tragbares Ladegerät mit, das über das beiliegende USB-Kabel an Ihren Akku angeschlossen werden kann. Auch im Auto lässt sich der Akku via USB-Anschluss aufl aden, oder mit einem Adapter, der an den Zigarettenanzünder des Wagens angeschlossen wird.

Was, wenn etwas schiefgeht?

Es ist immer sinnvoll, Ersatzteile mitzunehmen. Viele MED-EL-Niederlassungen bieten Urlaubs- oder Leihsets an. Vergewissern Sie sich im Voraus, wo das nächstgelegene Krankenhaus mit HNO-Abteilung oder die nächste Niederlassung zu finden ist, damit Sie im Notfall schnell Hilfe erhalten. Die entsprechenden Einzelheiten dazu finden Sie im Clinic Finder auf medel.com, welcher Ihnen weitere Informationen zu Kliniken und MED-EL Niederlassungen weltweit liefert.

Haben verschiedene Fluggesellschaften bestimmte Vorschriften für Hörimplantate?

Viele Menschen mit Hörimplantaten fliegen regelmäßig ohne das geringste Problem. Sicherheitshalber sollten Sie sich dennoch im Voraus bei der Fluggesellschaft informieren, ob gewisse Vorschriften für Hörimplantate oder Batterien vorliegen. Zum Beispiel schreibt die Federal Aviation Administration (FAA) in den USA vor, dass sämtliche Batterien oder Batterieladegeräte, die Lithium enthalten, nur im Handgepäck mitgeführt und nicht in den Frachtraum des Flugzeugs geladen werden dürfen – außer, sie befinden sich in einem elektronischen Gerät. Der Grund: Sie stellen ein potenzielles Brandrisiko dar, das im Frachtraum schwieriger einzudämmen wäre als in der Kabine.

Sollte ich sämtliches Zubehör für mein CI in meinem Handgepäck mitführen?

Ja, denn so haben Sie alles, was Sie brauchen, schnell zur Hand. Und falls Ihr Hauptgepäck verspätet eintrifft oder verloren geht, können Sie trotzdem weiterhin hören.

Muss ich meinen Audioprozessor abnehmen, bevor ich durch den Metalldetektor am Flughafen gehe?

Sie können mit Ihrem Audioprozessor durch den Metalldetektor gehen, er wird nicht beschädigt. Allerdings hören Sie aufgrund elektromagnetischer Interferenzen möglicherweise ein schwaches Geräusch. Auch der Handscanner schädigt weder das Implantat noch den Prozessor. Dass ein Alarm ausgelöst wird, ist sehr unwahrscheinlich; im Körperscanner sind Prozessor und Implantat natürlich erkennbar. Damit das Flughafenpersonal Ihre Situation mit dem Implantat-System auch wirklich versteht, zeigen Sie den Mitarbeitern Ihren Patientenausweis und erklären Sie, dass es sich um ein Hörimplantat handelt.

Falls Sie den Audioprozessor doch abnehmen, denken Sie daran, das Personal wissen zu lassen, dass Sie nichts hören können, bis Sie ihn wieder eingesetzt haben. Im Idealfall sollten Sie es vermeiden, den Audioprozessor den Röntgenscanner durchlaufen zu lassen, da eine geringe Wahrscheinlichkeit besteht, dass dabei die Mikrofone beschädigt werden. Stattdessen können Sie darum bitten, den/die Audioprzessor(en) manuell überprüfen zu lassen. Falls Sie doch den Scanner durchlaufen, achten Sie darauf, dass sie sich in einem elektrostatisch ungeladenen Behälter, wie etwa einer Stofftasche, befinden, um eine Beschädigung durch statische Elektrizität zu vermeiden.

Muss der Audioprozessor bei Start und Landung ausgeschaltet werden?

Die Sicherheitsrichtlinien der European Aviation Safety Agency (EASA) und der FAA empfehlen, dass Fluglinien in allen Phasen des Flugs, einschließlich Start und Landung, Audioprozessoren im angeschalteten Zustand zulassen sollten. MED-EL empfiehlt jedoch, dies bei der jeweiligen Fluggesellschaft zu erfragen. Falls Sie Ihren Audioprozessor während des Flugs doch ausschalten, lassen Sie das Bordpersonal wissen, dass Sie eventuelle Sicherheitsdurchsagen dann nicht hören können.

Illustration Flugzeug
© Projekt21

Werde ich die Musik- und Filmkanäle des Flugzeugs hören können?

Sie können eines Ihrer Audioeingangskabel nutzen, um Ihren Audioprozessor mit Hilfe des 3,5-mm-Klinkensteckers mit dem Bordunterhaltungssystem zu verbinden. Es stehen zwei Kabel zur Auswahl, je nachdem, wie viele Umgebungsgeräusche Sie aus Ihrer unmittelbaren Umgebung wünschen. Manchmal wird ein Adapter benötigt, um ein 3,5-mm-Klinkensteckerkabel anzuschließen.

Wem sollte ich von meinem Cochlea-Implantat erzählen?

Falls Sie sich auf Ihrem Weg durch die Sicherheitskontrollen am Flughafen oder während Ihres Flugs dazu entscheiden, Ihren Audioprozessor zu entfernen oder abzuschalten, informieren Sie das Flughafenpersonal und die Flugbegleiter, dass Sie Durchsagen nicht hören können und möglicherweise Sonderinformationen benötigen.

Falls Sie sich Sorgen darüber machen, Fluginformationen zu verpassen, melden Sie sich bei der Fluggesellschaft für den Erhalt von Handy-Mitteilungen über Gate-Änderungen, Verspätungen oder Boarding-Aufrufe an. Und halten Sie Ausschau nach dem Hörspulen symbol, welches anzeigt, dass der jeweilige Bereich mit einer Hörschleife ausgestattet ist. Sie blendet Hintergrundgeräusche aus, was das Hören in lauter Umgebung erleichtert. Es ist empfehlenswert, auch z. B. Hotelmitarbeiter zu informieren, falls es zu Notfällen kommt.

Fragen Sie im Voraus, ob das Hotel über Zimmer verfügt, die für gehörlose Menschen ausgestattet sind, zum Beispiel mit einem visuellen Feueralarm oder Vibrationsweckern.

Können sich unterschiedliche Umweltbedingungen auf die Funktionen meines Audioprozessors auswirken?

Audioprozessoren wurden zur Funktionstüchtigkeit in vielen verschiedenen Umgebungen entwickelt. Zum einen sind die Prozessoren gut vor Staub und zum anderen vor Feuchtigkeit geschützt. Nichtsdestotrotz stellt Feuchtigkeit im Allgemeinen die größte Herausforderung dar, denn Nässe, einschließlich Schweiß, kann die Funktionstüchtigkeit von Audioprozessoren beeinträchtigen. Achten Sie also darauf, Ihr Trocknungs- und Aufbewahrungsset zu benutzen und die grundlegenden Pflegehinweise zu befolgen. Setzen Sie Ihren Audioprozessor keiner direkten Sonneneinstrahlung aus und vermeiden Sie es möglichst, ihn extremen Temperaturen auszusetzen. Niedrige Temperaturen können sich auf die Betriebszeit auswirken, aber wenn das Gerät hinter dem Ohr getragen wird, gilt das nur unter Extrembedingungen.

CHECKLISTE FÜR DEN URLAUB

Erstellen Sie eine Checkliste, damit Sie möglichst nichts Entscheidendes vergessen.

Neben dem/den Audioprozessor(en), den/die Sie tragen, sollte dazu auch Folgendes zählen:

  • Patientenausweis für Ihr Hörimplantat
  • Fernbedienung
  • Ersatzbatterien in ausreichender Stückzahl
  • Ersatzakku und Ladegerät
  • Ersatzspulenkabel
  • Audioprozessor-Tester
  • Trocknungssystem
  • Reinigungsbürste
  • Hörspulenzubehör
  • Kontaktdaten des nächst gelegenen Krankenhauses mit HNO-Abteilung oder der nächstgelegenen MED-EL Niederlassung
  • eine ausgedruckte oder digitale Kopie der Einstellungen Ihres Audioprozessors (falls Sie den Rat eines Audiologen einholen müssen)
  • einen Vibrationswecker, falls Sie alleine reisen
  • beim Badeurlaub: WaterWear-Audioprozessorhülle. Sie schützt Ihren Audioprozessor(en), sodass Sie auch im Wasser gut hören.

Weitere Tipps für Reisen mit CIs finden sie im MED-EL Blog

Explore Life bietet Ihnen eine bunte Vielfalt an Inhalten mit dem Schwerpunkt: Hören. Begeben Sie sich auf Erkundungstour durch Artikel, Interviews, Video-Material und mehr.