Interview

Stressfrei hören Wie Hörimplantate Michael dabei halfen, Stress zu reduzieren

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: Juni 2020
In der Sammlung Gesundheit
Lesedauer: 2 Minuten

Michael Kalinowsky erlitt während seines Studiums einen Hörsturz an beiden Ohren. Im Gespräch erzählt der Entwicklungsingenieur, wie er mit der Tatsache umgegangen ist, im Job nicht mehr mit den Hörenden mitzuhalten. Zuerst war da der Stress, erzählt er. Nachdem er sein erstes Cochlea-Implantat (CI) erhalten hatte, ließ der Druck nach.

Herr Kalinowsky, Sie hatten einen Hörsturz und danach große Probleme mit dem Hören. Wie haben Sie sich damals gefühlt?

Ich war Berufsanfänger mit Hörproblemen. Die Angst, dass das auffällt und ich deswegen nicht eingestellt werde, hing wie ein Damoklesschwert über mir. Ich hörte mal etwas besser, mal schlechter und der Stress war schon sehr groß.

Wie sind Sie damit umgegangen?

"Dauerfunktionieren" beschreibt wohl am ehesten, wie ich versucht habe, die Situation zu bewältigen. Es war extrem ermüdend, speziell wenn ich gespürt habe, dass meine Kollegen manchmal an meiner Intelligenz oder meine Familie an meinem Interesse gezweifelt haben. Dabei habe ich das Gesagte nur einfach nicht gehört und daher nicht reagiert.

"Es ist wichtig, vom eigenen Leistungsanspruch Abstand zu nehmen, bei der Arbeit bewusst Pausen einzulegen und mehr an sich selbst zu denken."

Michael Kalinowsky

Wie lange hat diese stressreiche Phase gedauert?

Den beidseitigen Hörsturz hatte ich während meines Studiums 1980. Es folgten Jahre, in denen es etwas besser war, dann wurde es immer schlechter. Erst im Mai 2011, also 31 Jahre später, half mir der Besuch der Schwerhörigen-Sprechstunde an der Uni-Klinik Frankfurt am Main.

Was hat Ihnen geholfen?

Ich traf dort auf einen Arzt, der mir das Cochlea-Implantat sehr energisch empfohlen hat. Mit dem Gefühl „Ich hab eh nichts mehr zu verlieren“ entschied ich mich für die notwendige Operation. Nach der Erstanpassung hörte ich die Stimme meiner Frau. Das war wunderbar! Der Entschluss, das Implantat so schnell wie möglich auf dem zweiten Ohr einsetzen zu lassen, stand damit fest und ein Jahr später war auch das geschafft. Im Nachhinein finde ich es nur schlimm, dass so viele Ärzte das Implantat damals nicht kannten und ich so viele Jahre ohne gelebt habe.

Was raten Sie anderen Menschen mit Hörimplantat, wenn es darum geht, Stress zu vermeiden?

Vom eigenen Leistungsanspruch Abstand nehmen, bei der Arbeit bewusst Pausen einlegen und mehr an sich selbst denken. Wichtig ist, einen Ausgleich zum stressigen Alltag zu schaffen. Mir hat Sport gut geholfen oder auch Musik hören. Dadurch konnte ich abschalten und regenerieren.

Endlich Wieder Hören

Hörbotschafter Michael

Michael möchte anderen, von Schwerhörigkeit betroffenen Menschen zeigen, was man alles durch ein CI gewinnen kann: Lebensfreude vor allem, denn man kann wieder aktiv am Leben teilnehmen.

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