Bericht

Vom Wort zur Musik
Musikhören durch Cochlea-Implantate

Mehr lesen Zuletzt aktualisiert: Juli 2019
In der Sammlung Musik
Lesedauer: 3 Minuten

Implantate können das Leben schwerhöriger Menschen deutlich verbessern. Auch Musik lässt sich mit der richtigen Technik gut wahrnehmen. MED-EL ist weltweit führend in Sachen Musikhören via Implantat.

Die breite Palette der Hörimplantate

Lange Zeit waren Hörimplantate auf das Verstehen von Sprache ausgelegt. Inzwischen funktioniert das Sprachverständnis in den meisten Fällen einwandfrei. Jetzt geht es um die Musik: Um sie wahrzunehmen, braucht es ausgefeilte Technik, denn Musik besitzt, anders als Sprache, eine Menge feiner Klangdetails. MED-EL stellt Implantatsysteme her, die für optimales Wahrnehmen von Sprache und Musik sorgen, wie das klassische Cochlea-Implantat (CI) und die Elektrisch-Akustische-Stimulation (EAS).

„Das Cochlea-Implantat ersetzt den natürlichen Hörsinn dann, wenn das Hören mit Hörgerät nicht mehr funktioniert”, erklärt das Produkt Management von MED-EL. Die Elektrisch-Akustische-Stimulation (EAS) kombiniert Implantat und Hörgerät.

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Cochlea-Implantat: Elektrische Impulse

Das Cochlea-Implantat besteht aus zwei Teilen: dem eigentlichen Implantat, das hinter dem Ohr unter der Haut platziert wird, und dem außen liegenden, abnehmbaren Prozessor mit Software und Mikrofon. Das Implantat besitzt einen sehr dünnen, biegsamen Elektrodenstrang. Er reicht tief in die Hörschnecke im Innenohr und ersetzt dort die nicht funktionierenden Sinneszellen. Der außen liegende Prozessor wandelt den eintreffenden Schall in digitale Signale um und sendet sie an das Implantat. Von hier werden sie über die Elektroden in der Hörschnecke als elektrische Impulse an den Hörnerv weitergeleitet. Das Gehirn empfängt Schallinformationen – und der Implantatträger hört.

Funktionsweise eines Cochlea-Implantats
Musikgenuss mit Implantat
© Archiv

EAS: Zwei in einem

„Das EAS-System wurde speziell für Menschen mit partiellem Hörverlust entwickelt”, erläutert MED-ELs Produkt Management. Auch EAS besteht aus einem externen Prozessor und einem Implantat. Der Unterschied zum Cochlea-Implantat liegt in der Schallverarbeitung: Dort, wo natürliches Gehör vorhanden ist, wird der Schall verstärkt. Dort, wo Hören nicht mehr möglich ist, springt der Implantat-Teil ein. „Diese Kombination von Implantat und Hörgerät ermöglicht es EAS-Trägern, besonders naturnah zu hören, weil das vorhandene Gehör genützt wird”, so das Produkt Management von MED-EL.

Musikgenuss mit Implantat

Vier Dinge, die ein Implantat können muss, um Musik gut zu übertragen.

  1. Wenn der in die Cochlea eingeführte Elektrodenstrang lang genug ist, damit die gesamte Hörschnecke genützt wird, werden auch tiefe Töne gut wiedergegeben. Die tiefen Töne bergen die Feinstruktur des Schalls. Der Klang von Sprache und Musik wirkt voller.
  2. Das Implantat muss den eingehenden Ton möglichst genau an jene Stelle in der Cochlea senden, an der dieser Ton auch von Natur aus verarbeitet würde. Erst dadurch wird es möglich, unterschiedliche Tonhöhen zu erkennen.
  3. Das Implantat sollte die Nerven auch mit der richtigen Frequenz stimulieren. Bei einem Ton mit einer Frequenz von 100 Hertz pulsiert eine gute Elektrode daher genau 100 Mal – und zwar in jener Region der Hörschnecke, die dieser Tonhöhe natürlicherweise zugeordnet ist. So wird auch die Feinstruktur des Tons übertragen und das ist die Voraussetzung für naturnahen Klang.
  4. Vorhandenes Restgehör sollte möglichst erhalten bleiben. Denn es trägt immer zu einem volleren Klang bei. Geschont wird das Restgehör durch weiche Elektrodenträger und sanfte Operationstechnik. „Implantate von MED-EL erfüllen all diese Anforderungen”, sagt das Produkt Management von MED-EL. „So wird nicht nur Sprache naturnah wiedergegeben, sondern auch Musik.”
Noten

„Musik ist wie Architektur aus Klängen"

"Mit EAS kann ich Musik – die von anderen Künstlern und auch meine eigene – jetzt wieder wirklich genießen und fühlen", so Anette E. aus Stuttgart, die ihre Erfahrungen mit EAS (Elektrisch-Akustischer Stimulation) bei einseitiger Ertaubung teilt.

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